Was ist Carambolage Billard?

Poolbillard ist gemein. Am Anfang sind überall Kugeln, da muss man wirklich ziemlich blöd spielen, um sie nicht reinzukriegen. Dann wird es komplizierter, und man merkt, dass man dümmer ist, als man dachte. Beim Karambolage dagegen weiß man gleich wie dumm man ist. Karambolage ist schwieriger, aber ehrlicher.“ Das Orakel von Port-Nicolas“ von Fred Vargas

Der auffälligste Unterschied zwischen Carambolage Billard, auch Carambol genannt, und den bekannteren Billardvarianten Pool und Snooker ist wohl das Fehlen von Löchern im Tisch.
Da somit keine Kugeln, man spricht auch von Bällen, in den Taschen verschwinden können, startet man schon zu Beginn mit nur drei Bällen. Im modernen Billardsport sind diese rot, weiß und gelb. Die Punkte, die manchmal auf den Bällen zu sehen sind, dienen lediglich der Veranschaulichung der Ballrotation für den Zuschauer.

Die Gemeinsamkeit aller Caramboldisziplinen ist das Ziel mit dem eigenen Spielball die beiden anderen Bälle zu treffen. Dabei dient der weiße Ball dem ersten Spieler als Spielball, der Gelbe dem zweiten Spieler. Der rote Ball wird nie gestoßen. Eine erfolgreiche Carambolage, d.h. beide Bälle wurden vom Spielball berührt, bringt dem Spieler einen Punkt ein und er darf weiter spielen – er bleibt am Brett. Gelingt keine Carambolage, wird gewechselt und der Gegner hat die Chance zu Punkten.

Bleibt es bei diesen Grundregeln spielt man die Disziplin „Freie Partie“.

Beim „Cadre“ wird das Spielfeld in Rechtecke eingeteilt, in denen nur maximal zwei Punkte erzielt werden dürfen, bevor mindestens ein Ball das Feld verlässt.

Bei „Einband“ muss der Spielball vor der Carambolage mit dem letzten Ball mindestens eine Bande berührt haben. Ähnliches gilt für „Dreiband“, allerdings – wie der Name es schon erahnen lässt – mit drei Banden vor dem Kontakt mit dem letzten Ball. Nach oben ist der Anzahl der Banden, die man vor seinem letzten Ball treffen darf, keine Grenze gesetzt.  Die Reihenfolge zwischen den Banden und des ersten Balls spielt dabei keine Rolle. So wären beim Einband z.B. Ball-Bande-Ball, Bande-Ball-Ball, Ball-Bande-Bande-Ball usw. erlaubt. Wichtig ist nur, dass die nötigen Kontakte mit den Banden vor dem Kontakt mit dem letzten Ball passieren, also vor der sog. Carambolage.

Alle genannten Spielarten können auf dem Matchbillard (1,42m x 2,84m), dem Turnierbillard (1,05m x 2,10m) und dem Halbmatchbillard (1,15m x 2,30m) ausgetragen werden.

Weitere wichtige Regeln sind: „Wer trifft hat recht!“, „In *beliebigerAndererClub* wäre das gegangen!“ und „Optisch schön, kann man aber nicht zählen!“.

Wer jetzt noch wissen will, was das alles mit Kaffeemühlen und Verschiebebahnhöfen zu tun hat, kommt am besten mal zu einer praktischen Einführung in den Darmstädter Billardclub!